DIE 3. WELT IM 2. WELTKRIEG im Historisches Museum Luzern

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DIE 3. WELT IM 2. WELTKRIEG vom 26. Februar bis 27. März 2011

all 339 0002Die Universität Luzern präsentiert im Historischen Museum Luzern die Wanderausstellung "Die 3. Welt im 2. Weltkrieg". Sie zeigt eine bisher nur zögerlich wahrgenommene Perspektive des Zweiten Weltkriegs. Bis 1945 leisteten Millionen Soldaten aus der „Dritten Welt“ freiwillig oder zwangsrekrutiert Militär- und Arbeitsdienste für die kriegführenden Kolonialmächte, um die Welt vom europäischen Faschismus und dem japanischen Grossmachtwahn zu befreien. Der Blick wird auf Afrika, Asien und Ozeanien gerichtet und damit die eurozentrische Betrachtung in Frage gestellt.

In der Ausstellung erhalten ehemalige Soldaten, Spione und Widerstandskämpfer aus der „Dritten Welt“ einen Raum, um von ihren Erfahrungen mit Missbrauch, Diskriminierung und Gefangenschaft zu berichten. Hörstationen und Videos mit Porträts von weiteren Zeitzeugen halten Geschichten fest, die keinen Platz im hiesigen Geschichtsdiskurs gefunden haben.

Die Wanderausstellung wird um einen lokalen Teil ergänzt. Auch die neutrale Schweiz war während des Krieges mit weit über tausend Soldaten aus der „Dritten Welt“ konfrontiert. Viele Schweizerinnen und Schweizer kamen zum ersten Mal in Kontakt mit Menschen aus Afrika oder Indien, die sie bisher nur aus Abenteuerromanen, missionarischen Pamphleten oder rassistisch inszenierten Völkerschauen kannten. So waren 1940 nordafrikanische Kavalleristen im luzernischen Triengen interniert. Auf einmal tauchten Menschen aus einem unbekannten Kulturkreis im eigenen Dorf auf und stellten sich verklärten Bildern wie dem „Negerli“, dem Schwarzen Peter, Krippenfiguren, Missionsbildern und Mohrenköpfen gegenüber.

DasRheinische JournalistInnenbüroin Köln und Recherche e.V. setzten sich zum Ziel, diesen vergessenen Aspekt der Weltkriegsgeschichte einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Nach demBuch «Unsere Opfer zählen nicht» – Die Dritte Welt im Zweiten WeltkriegsowieUnterrichtsmaterialienkonzipierte das Team um Karl Rössel dieWanderausstellung «Die Dritte Welt im Dritten Weltkrieg».Sie thematisiert mit Fotos, Texten, Video- und Hörstationen verschiedene Aspekte der bedeutenden Rolle der Dritten Welt im Zweiten Weltkrieg. Erstmals gezeigt wurde die Wanderausstellung im September 2009 in Berlin, seither folgten weitere Stationen in Tübingen, Wuppertal, Osnabrück und Köln.

Für die Schweiz exklusiv gastiert die Ausstellung vom 26. Februar bis zum 27. März 2011 in Luzern, wo sie um ein lokales Kapitel ergänzt wird. Die Schweiz blieb von Gefechten zwar verschont, war während des Krieges aber mit weit über tausend Soldaten aus der Dritten Welt konfrontiert. In Triengen im Kanton Luzern etwa waren im Sommer 1940 nordafrikanische Spahis interniert. Viele Schweizerinnen und Schweizer kamen während der Kriegsjahre zum ersten Mal in Kontakt mit Menschen aus Afrika oder Asien, deren Erscheinungsbild und Bräuche ihnen fremd waren.Zur Ausstellung wird ein reichhaltiges Begleitprogramm geboten. So nimmt dieAbendvortragsreihe «Europas Afrika»hiesige stereotype Sichtweisen auf Afrika kritisch ins Visier. Und das moderneTanztheater «Die vergessenen Befreier»erinnert eindrucksvoll an die Geschichte afrikanischer Soldaten in französischen Diensten.

Freitag, 25. Februar 2011, 18 Uhr – Vernissage im Historischen Museum Luzern
Sonntag, 27. März 2011, 16 Uhr – Finissage im Historischen Museum Luzern

Öffnungszeiten für Publikum:
Samstag, 26. Februar – Sonntag, 27. März 2011, jeweils 10-17 Uhr (Montag geschlossen).Öffentliche Führungen:
26. Februar (14 Uhr); 27. Februar (16 Uhr); 12. März (14 Uhr); 17. März (14 Uhr); 27. März (14 Uhr),
weitere Führungen auf AnfrageFührungen für Schulklassen:
Dienstag bis Freitag. Anmeldung erforderlich. Fr. 50.– pro Klasse
Anmeldungen für Führungen nimmt das Historische Museum entgegen.

Historisches Museum Luzern
Pfistergasse 24, 6003 Luzern
Postfach 7437, 6000 Luzern 7, 041 228 54 24,E-Mail,Website
Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag, 10-17 Uhr (Montag geschlossen)Eintritt:Erwachsene Fr. 10.– | Studierende/AHV-Rentner Fr. 8.– |
Mit Schweizer Museumspass, Euro<26 oder Maestrokarte der Raiffeisenbank gratis
Kinder/Jugendliche bis 16 Jahre Fr. 5.–, in Begleitung Erwachsener gratis


Für Luzerner Schulklassen Eintritt gratis, Führung zur Sonderausstellung pauschal Fr. 50.-

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