Konzerttipp: Arms & Sleepers 08.01.2010: Treibhaus (w/ Ben Shepard)
Arms & Sleepers 08.01.2010: Treibhaus (w/ Ben Shepard)
Bandwebsite : www.myspace.com/armsandsleepers
Nahezu exakt zwei Jahre nach dem Debut legen Arms and Sleepers mit „Matador“ den Nachfolger vor, und es wird von Anfang an deutlich, dass das Duo aus Cambridge (MA) und Portland (ME) die Zeit genutzt hat. Schon „Black Paris 86“, so der Titel des Debuts, stieß auf reges Interesse und Wohlwollen. Auf dem beeindruckend schönen und intensiven Nachfolger „Matador“ ziehen Max Lewis und Mirza Ramic den Hörer erneut in ihren Bann. Noch mehr holen sie aus ihren Songs heraus und noch weiter holen sie aus, um ihre Ideen auszubreiten - auch ein Verdienst von diversen Freunden und Musikern, die das ein oder andere beigesteuert haben. Da wären unter anderem Tom Brosseau (Fat Cat), Shelley Short (Hush Records), Philip Jamieson von Caspian, Mona Elliott von Travels, sowie mit Catherine Worsham und Ben Shepard die Hälfte von Uzi and Ari (Own Records). Zudem hat das Duo durch unablässliches Touren in Nordamerika und Europa mit Auftritten mit Acts von Asobi Seksu, The Books und Her Space Holiday über Cass McCombs und Lymbyc Systym hin zu This Will Destroy You und Caspian augenscheinlich an Reife und Erfahrung gewonnen.
Matador“, der Titelsong des Albums, entstand in Zusammenarbeit mit einem Freund aus Boston, Adam Arrigo, der auch gleich den Gesang beigesteuert hat. So wird der Song in vielerlei Hinsicht zur Brücke zwischen den beiden Alben von Arms and Sleepers, nicht nur, weil Adams Stimme bereits von „Black Paris 86“ bekannt ist. In seiner Verträumtheit mit samt der über einem reduzierten Arrangement und dezent hüpfenden Beats dahinschwebenden Vocals vereint der Song die Charakteristika des Vorgängeralbums. Trotzdem sitzt hier alles noch eine Spur besser, wirkt ausgefeilter, nicht nur beim einnehmenden, fast als choral zu bezeichnenden Gesang am Ende des Songs.
Mit „The Architekt“ folgt zugleich eines der Kernstücke des Albums. Zunächst fegt es die leisen Zweifel, ob ein Album mit vielen verschiedenen Sängern am Ende ein homogenes Ganzes ergibt, spielend weg. Ben Shepards und Catherine Worshams Stimmen fügen sich perfekt ein, sie tragen den starken Song, als ob es ihr eigener wäre. Das I-Tüpfelchen kommt von Mona Elliott, vor ihrer derzeitigen Band Travels bereits als Sängerin und Gitarristin von Victory At Sea bekannt. Sie hat für „The Architekt“ die Gitarre eingespielt.
Ben und Catherine beweisen später auf „Twentynine Palms“ erneut, welch harmonische Verbindung sie mit Max und Mirza eingegangen sind. Ein melancholischer und trauriger Song, der enorme unterschwellige Kraft in sich birgt und schließlich in ein hoffnungsfrohes Finale mündet. Exemplarisch taugt „Twentynine Palms“ als Referenz für die Weiterentwicklung von Arms and Sleepers. Der Stellenwert der Vocals ist hörbar gestiegen, womit sich auch das Gleichgewicht zwischen Fläche und Song zugunsten des Songs verschoben hat und die Songs zudem an Eindrücklichkeit und Wiedererkennungswert gewinnen. Die Verwendung eines Arsenals an Instrumenten gibt dem Duo die Möglichkeit, die Songs exakter auszuarbeiten, die Texturen und Konturen noch genauer zu bestimmen.
Auch beim verspielten, mysteriösen Instrumental „The International“ ist dies jederzeit hörbar. Das reduzierte „Simone“ wird wiederum von Tom Brosseaus Stimme getragen, der im Hintergrund von einer verträumten Shelley Short unterstützt wird. Am Ende des Albums steht unterm Strich ein Soundtrack für die anstehende dunkle Jahreszeit, für eine ungewöhnliche, wenig greifbare Nostalgie - all dies ein Ergebnis der Höhen und vor allem der Tiefen, die Max Lewis und Mirza Ramic in den vergangenen beiden Jahren durchlebt haben.
Im Dezember 2009/Januar 2010 kommt die Band zum dritten Mal nach Deutschland und in die Schweiz. Zogen die Liveauftritte des Duos den Zuschauer bisher durch die Kombination aus Visuals und Musik in ihren Bann, geht man dieses Mal mit Verstärkung auf Tour. Ben Shepard (Uzi and Ari) unterstützt die Beiden am Schlagzeug und Gesang.
Im Dezember 2009/Januar 2010 kommt die Band zum dritten Mal nach Deutschland und in die Schweiz. Zogen die Liveauftritte des Duos den Zuschauer bisher durch die Kombination aus Visuals und Musik in ihren Bann, geht man dieses Mal mit Verstärkung auf Tour. Ben Shepard (Uzi and Ari) unterstützt die Beiden am Schlagzeug und Gesang.
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